Besonders in geheizten Räumen und bei schlechten Lichtverhältnissen wie es im Winter der Fall ist, werden Passionsblumen gerne von Schädlingen befallen. Die Widerstandskraft der Pflanze ist zu dieser Zeit schlecht. Der Einsatz von Fraßfeinden wird in den meisten Fällen schon an den falschen Bedingungen für diese Nützlinge scheitern. Beim Einsatz chemischer Spritsmittel unbedingt auf Verträglichkeit mit Passiflora achten. Öl haltige Mittel sind meist mit Passionsblumen unverträglich und geben der Pflanze den Rest.
Blattläuse
Sind bei mir noch nie ein Problem gewesen. Wenn sich doch mal eine zeigt, wird sie einfach zerdrückt.
Spinnmilben, Rote Spinne
Immer ein beliebtes Thema im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter. Niedrige Luftfeuchte mögen diese Tierchen, kleine rötliche oder braune Punkte auf der Blattunterseite die sich auch noch bewegen, nur zu gerne. Im Herbst und Winter hilft nur Luftfeuchte erhöhen. Man kann eine Pflanze für ein paar Tage in einen durchsichtigen Abfallsack stellen. Im Sommer ist das Freiland der beste Schutz.
Es gibt verschiedene Spritzmittel wie z.B. MASAI speziell gegen Spinnmilben. Diese Mittel helfen sehr gut, jedoch werden die Spinnmilben auch bei genauer Befolgung der Anleitung bald resistent. Es ist daher unbedingt nötig die verschiedenen Wirkstoffe zu wechseln.
Mittel aus Neem Samen werden mit großer Begeisterung angepriesen. Die Spinnmilben verfolgen leider die Werbung nicht und scheren sich nicht darum.
Selbstgemachte Spritzmittel aus Schmierseife mit Spiritus sind recht wirksam und das Gewächshaus riecht wochenlang wie eine Waschküche. Weniger gut ist, das Jungpflanzen diese Prozedur oft nicht überleben.
Wolläuse
Die an den Blattachseln, Sproßranken, Wurzeln, Bambusstäben oder andern beliebigen aber geschützten Stellen sitzenden watteartigen Tiere stechen die Pflanzen an und saugen den Pflanzensaft. Die Bekämpfung ist wie man sich denken kann nicht einfach. Manche Mittel sind nicht für Passionsblumen geeignet. Bei wenigen Pflanzen kann man auch die Wolläuse mit einem in Öl oder Spiritus getränkten Wattestäbchen abtupfen. Dabei ist aber eine regelmäßige Kontrolle unverzichtbar.
Nematoden
Können eine echte Plage sein. Bei vertrockneten Trieben obwohl der Boden feucht ist, können Nematoden im Spiel sein. Diese winzigen Fadenwürmer killen die Wurzeln der Pflanze. Die Diagnose ist meist auch das Todesurteil. Am besten man schneidet noch ein paar Stecklinge und vernichtet dann Pflanze und den Boden.
Der plötzliche Passi Tod
Sie denken "gibt es nicht" gibt es doch. Vermutlich ist ein Pilz im Spiel. Die Wurzeln sehen völlig gesund aus, manchmal entdeckt man am Stamm eine kleine vertrocknete Stelle. Hier wird der Pflanze der Saft abgedreht. Wie es zu dem Befall kommt ist völlig unbekannt. Der Tod tritt in wenigen Stunden ein. Oft ist es selbst für Stecklinge schon zu spät.
Virus
Genau wie der Mensch, von sagen wir mal, Schweinegri...
befallen wird, fangen sich Pflanzen und natürlich auch Passis verschiedene Viren ein. Ein typischer Virus ist der PLV-Virus (Passiflora latent carlavirus). Diese Virusart erzeugt chlorotische Flecken und Pusteln auf den Bättern. Das Schadbild ist vom Virus und dem Allgemeinzustand der Pflanze abhängig. Oft zeigt er sich nur in Winter und verschwindet im Sommer fast vollkommen (P. belotii, P. Incense). Bei anderen wie z.B. bei dem Befall von caerulea 'Pierre Pomie' oder noch schlimmer xviolacea 'Victoria 2' zeigt er sich das ganze Jahr.
Was soll man davon halten? Einerseits ist eine Verbreitung bestimmt nicht sinnvoll. Auf der anderen Seite können Hybriden eben nur über Stecklinge weitergegeben werden und damit unabänderlich auch der Virus. Noch schlimmer es werden bestimmte Erkrankungen hineingezüchtet, man denke nur an die geringgelten Haselzweige oder Tulpen mit gefiederten Blüten.
Ein Virus ist also je nach Geschmack eine Erkrankung oder ein Schönheitmerkmal. Machen Sie also was sie wollen.