Home Pflege Tacsonien

Ganz ohne Zweifel gehören Tacsonien zu den schönsten Passionsblumen.Tacsonienbild Ihre großen Blüten sind meist rötlich. Die Kelchröhre ist länger als die Kelchblätter. Die Herkunft Südamerika klingt nach typischer Passionsblume, eher schreckt dabei, dass Länder wie Kolumbien derzeit  nicht für Sammelreisen in Frage kommen. Doch Tacsonien gedeihen nicht irgendwo in Südamerika, nein ihr spezielles Gebiet sind die Hänge der Anden. Dort in einer Höhe von etwa 2000-4000 Meter wachsen sie. Das Klima dort ist speziell. Je nach Jahreszeit ist es trocken und warm oder Dauerregen, Nebel und dichte Wolken versüssen den Tag. Die Niederschlagsmenge ist fast das 3 fache als bei uns. Nachts wird es kalt aber selten frostig am Tag nie besonders heiß. Dabei ist die Sonneneinstrahlung bedingt durch die große Höhe dennoch sehr stark. Hier leben sie also die “Schönheiten der Anden”. Die bekannteste Vertreterinnen sind P. tripartita var. mollisssima und P. tarmiana. Ihre Früchte Curuba genannt finden sich auch in deutschen Obstabteilungen.

Eigentlich sind Tacsonien nicht schwer zu pflegen sie wachsen willig und meist stark, leider blühen sie oft nicht. Es gilt ihren Bedürfnissen gerecht zu werden wenn man Blüten sehen will.

Ein ausführlicher Bericht findet sich in Passiflorunde 3/2001 von G. Behnken. Hier habe ich die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Samen

Im Gegensatz zu anderen Passionsblumen besitzen die Samen der Tacsonien nur eine kurze Keimfähigkeit. Sie liegt in der Regel bei 6 Monaten. Bei falscher Lagerung noch weniger. Am besten bleibt der Samen in der Frucht was die Keimfähigkeit sehr verlängert. Nach dem öffnen und waschen der Samen sollten diese innerhalb 2 Monaten verarbeitet werden.

Substrat

Die Anzuchterde soll keimfrei sein also sterilisieren. An die Erde selbst werden keine besonderen Anforderungen gestellt. Angezogen wird auf Keimplatten. Bis ca. 30 cm größe gibt es keinen Dünger.

Keimtemperatur

Entgegen der Ratschläge keimt die Saat bei einer Temperatur von 25-30°C  besser als bei 20°C.

Licht

Beste Zeit ist das Frühjahr. Wenn möglich sollten die Keimlinge sofort in die volle Sonne. Bei Keimung hinter Glas, erst vorsichtige Sonnenanpassung da sie sonst verbrennen und eingehen. Im Winter braucht es Pflanzenlicht.

Umtopfen

Wie oben im Frühjahr. Wenn die Pflanzen in Töpfen bleiben sollen, gleich in einen großen Topf setzen (ca. 13cm) darin können sie etwa 2 Jahre bleiben. Damit die Wurzeln nicht zu stark auswachsen sollten sie auf "Schreddergut" stehen. (ich nehme an Tonscherben etc. tun es auch). Dann die Topfe immer wieder bewegen. Das starke Auswachsen von Wurzeln und das kappen im Herbst ist schädlich. Wenn sie frei ausgepflanzt werden sollen, werden die Töpfe nach ca. 6 Monaten am Boden aufgeschnitten und mit Topf eingepflanzt. So wachsen die Pflanzen ohne Stopp weiter.

Düngung

Nur für Topfpflanzen. Jahresanfang Stickstoff betont. Ab Juni Phosphat betont. Düngung bei jedem gießen aber nur 1/5 Menge Dünger.

Schnitt

Die Behauptung das Tacsonien erst ab etwa 5 Jahren blühen ist falsch. Tacsonien können bei richtiger Haltung früher blühen als Sämlinge andere Sektionen.

 

Tacsonienhaus

 

Wichtig ist dabei folgendes:
Tacsonien wachsen stark. Ohne dieses Wachstum auch keine Blüten. Alle Tacsonien beginnen ab dem 6-8 Blatt Seitentriebe zu bilden. Diese Nebentriebe müssen immer entfernt werden. Der Mitteltrieb muss ungehindert wachsen können. Erst ab etwa 2 Metern Höhe darf sich die Pflanze verzweigen. Ab ca. 2,5 m werden die Blätter am Haupttrieb entfernt um keine weiter Verzweigung zuzulassen. Tiefe Seitentrieb müssen weiterhin weg da sie fast nie blühen. Der Rückschnitt im Winter muss immer über der Verzweigung liegen. In Form wickeln ist verboten.

Bei einem sonnigen und luftigen Platz ohne stauende Hitze kann sie schon im Alter von 6 Monaten blühen.